14. Bundesolympiade der russischen Sprache Bremen 2018

Erstmals in der Geschichte des Landesverbands nahmen im vergangenen Dezember fünf Schülerinnen und Schüler aus Bayern an der 14. Bundesolympiade der russischen Sprache in Bremen teil. Nach intensiver Vorbereitung machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 4.12.2018 „auf nach Bremen“ um sich mit Russischlernenden aus der ganzen Bundesrepublik in den unterschiedlichsten Disziplinen zu messen und attraktive Preise zu erringen.

Nachdem die Zimmer in der wunderbar zentral gelegenen Jugendherberge des kleinsten Bundeslandes bezogen waren, hatten die Schülerinnen und Schüler erstmals Gelegenheit, im Rahmen eines festlichen Begrüßungsabends, der durch Grußworte des Russlandbeauftragen der Bundesregierung, Herrn Dirk Wiese und der Senatorin für Kinder und Bildung des Landes Bremen, Frau Dr. Claudia Bogedan, besonderen Glanz bekam, die Organisatorinnen und Organisatoren des Arbeitskreises Russisch des Bundeslandes Bremen sowie ihre Kontrahentinnen und Kontrahenten aus 13 weiteren Bundesländern kennenzulernen. 

Am nächsten Morgen begann für die angereisten Russischlernenden der ernste Teil, der aus verschiedenen sprachpraktischen Prüfungen und schriftlichen Aufgaben auf den unterschiedlichsten Niveaus bestand. Beeindruckend war für die begleitenden Lehrkräfte insbesondere der Ehrgeiz, den viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer angesichts der zu erwartenden Preise, aber auch generell im Hinblick auf die Vorbereitung ihrer Dialoge und Präsentationen entwickelten, so dass manche die halbe Nacht in der Jugendherberge mit der Gestaltung ihrer Plakate und Power Point Präsentationen zu den Ergebnissen ihrer „Feldforschung“ arbeiteten.

Aus bayerischer Sicht war der 2. Platz von Igor Koop aus München besonders erfreulich, der sich in der Kategorie C1 gegen eine Konkurrentin aus Baden-Württemberg durchsetzte. 

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Motivation, Russisch zu lernen durch die Teilnahme an der 14. Bundesolympiade durchaus einen Schub erfahren hat. Sich mit anderen Jugendlichen aus ganz Deutschland zu messen, die vielleicht ähnliche Interessen und Schwerpunkte haben, empfanden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer als bereichernd und fühlten sich ermuntert, sich intensiver mit der Sprache auseinanderzusetzen.

Ein festlicher Abend in der Schütt mit Preisverleihung und Konzert eines russischen Chores rundeten die Veranstaltung ab und stimmten uns hoffnungsfroh, auch an der nächsten Bundesolympiade wieder teilnehmen zu können.

Ein großer Dank gilt unseren Bremer Kolleginnen und Kollegen, die die gesamte Veranstaltung mit unermüdlichem Einsatz perfekt vorbereitet hatten, so dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Gelegenheit hatten, Bremen und seine Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen, sondern auch jede Menge Spaß hatten.

 

Beiträge aus der Presse

Weser-Kurier: Brückenbauer von morgen

Weser-Kurier: Ein Fest der russischen Sprache

Arbeitskreis der Russischlehrer und Slawisten im Land Bremen

 

Aufgabenbeispiele aus Landesolympiaden anderer Bundesländer

Bremen

Baden-Württemberg 

 

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Nachruf

Mit großer Trauer haben wir vom Tode unseres verehrten und verdienten Mitglieds, Herrn Prof. Dr. Erwin Wedel, Kenntnis genommen.

 

Herr Prof. Wedel war nicht nur eine wichtige Persönlichkeit der Slawistik der Universität Regensburg und ein begnadeter Hochschullehrer, der Generationen von Studentinnen und Studenten geprägt und den Weg in die Slawistik geebnet hat, er hat auch die Arbeit des Landesverbands über Jahrzehnte stets verfolgt und bis zuletzt mit seinem Wissen und der Liebe zu seinem Fach konstruktiv begleitet.

Bereits im Jahre 1975 wurde Prof. Dr. Wedel Mitglied des Landesverbands der Russischlehrer in Bayern. Als treibende Kraft etablierte er die Regensburger Fortbildungstagungen des Verbandes und bereicherte und prägte diese mit seinen Vorträgen und seiner unvergleichlichen Persönlichkeit 

Seine zahlreichen Veröffentlichungen fehlen bis heute in keinem Bücherschrank eines Slawistik-Studenten oder einer Slawistik-Studentin, ganz gleich ob es sich um seine Beiträge zur russischen Literatur oder um die von ihm herausgegebenen Wörterbücher handelt.

Noch während unserer 20. Regensburger Fortbildung im Sommer 2018 hat uns Herr Prof. Wedel mit seinem Besuch überrascht und erfreut und uns Anteil haben lassen an seinem wachen Geist und seinem unvergleichlichen Humor.

 

Wir verlieren mit Herrn Prof. Wedel einen glühenden Streiter für die Slawistik in Bayern und darüber hinaus. Er wird uns fehlen. Wir werden sein großartiges Wirken stets in ehrender Erinnerung behalten.

 

 

Susanne Fabich-Hederer Gabriele Mages

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20. Regensburger Fortbildungstagung

Die Anfänge dieser meist im zweijährigen Turnus stattfindenden Fortbildungsveranstaltungen unseres Verbandes an der Universität Regensburg müssen in den 70er Jahren liegen und gehen auf das Engagement von Prof. Dr. Erwin Wedel vom Institut für Slavistik zurück, dem es ein besonderes Anliegen war, die Russischlehrkräfte in Bayern zu versammeln und ihnen Einblicke in aktuelle Forschungsthemen zu geben. Aus deren Kreis wurden aber immer praxisgeleitete Beiträge beigesteuert, sodass es sich bei dieser Kooperation von Schule und Hochschule vielleicht um eine der ältesten ihrer Art in Bayern handeln könnte. Über eine Reihe von Veranstaltungen hinweg wurden die Vorträge sogar in mittelblauen broschürten Sammelbänden im DIN A4-Format herausgegeben, wohl unter finanzieller Unterstützung durch das Kultusministerium.

Jetzt ist mit Prof. Dr. Walter Koschmal bereits der langjährige Nachfolger des ersten Förderers in Ruhestand gegangen. Ihm und seinem Sprachwissenschaftskollegen Prof. Dr. Björn Hansen konnten wir für die langjährige Zusammenarbeit mit unserem Verband anlässlich der 20. Veranstaltung dieser Art eine anerkennende Urkunde überreichen und den Mitarbeiterinnen der beiden Lehrstühle, Kristina Senft und Dr. Natalia Brüggemann, unseren Dank für ihre organisatorische Arbeit aussprechen.

Wir hoffen, dass es auch unter dem oder der neuen Lehrstuhlinhaber/in weiterhin ertragreiche Begegnungen zwischen Russischlehrkräften und Hochschullehrern geben wird. Nicht nur der Bildungshunger, sondern auch das besondere Flair der Stadt und die traditionellen Biergartenabende locken die Kolleginnen und Kollegen sicher wieder nach Regensburg an die Universität. (Gabriele Mages)

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Rückblick auf eine Fortbildungsreise für Russischlehrkräfte nach Sankt Petersburg und Welikij Nowgorod vom 29. Mai bis 5. Juni 2018

Das Programm dieser Fortbildungsreise basierte auf Bausteinen, die das Spezialreiseunternehmen Fritz & Peter aus Potsdam bei ihren Schülerreisen einsetzt, wurde aber in Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmern und mir um viele wertvolle Punkte ergänzt. Wir wählten z. B. das Russische Museum anstelle der Eremitage, genossen das Anna-Achmatova-Museum im ehemaligen Scheremetjev-Schloss (Музей Анны Ахматовой в Фонтанном доме), wo sich noch das amerikanische Arbeitszimmer von Jossif Brodskij befindet. Wir ließen einen Abend mit einem Opern- oder Balletbesuch, einen anderen mit einer Kanalrundfahrt ausklingen, bewegten uns meist zu Fuß, aber auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, z. B. mit einer Marschrutka nach Peterhof und zurück mit dem Raketenboot, was uns einen Blick auf die neue Uferansicht der Riesenmetropole und den frisch eröffneten Autobahnring ermöglichte.

  • Katkin Sad

  • Breakdancer auf dem Newskij Prospekt

  • Sacharows Hemd Im Museum für Polit. Geschichte

  • Nordrussische Landschaftsbilder der Teilnehmer am Meisterkurs

  • 'Tränen des Sozialismus'

  • Historische Straßenbahnen

  • Apostel Peter Denkmal

  • Werbung für Kanalfundfahrten


Eine Kollegin konnte einen Kontakt zu ihrer Partnerschule, dem einzigen Humanistischen Gymnasium Russlands, herstellen, deren Schulleitung uns empfing, obwohl an diesem Tag bis fast in den Abend hinein eine Zentralprüfung stattfand und das Gebäude gesperrt war. Am Nachmittag jedoch durften wir wertvolle Einblicke in die schulische Arbeit und das Bildungswesen gewinnen. Julia Brückmann, die ISB-Referentin für Russisch, stellte den Gastgebern auf Wunsch das bayerische Bildungswesen, insbesondere das Gymnasium vor. Unser Kollege Herr Flemmig nutzte anschließend die Medienangebote dieser Schule, um der Reisegruppe einen Vortrag über Frühwerke von Dmitrij Schostakowitsch zu Fabeln von Iwan Krylow zu halten und durch Hörbeispiele zu untermalen.

Die Reisefachleute setzten zudem ihre außergewöhnlichen persönlichen Kontakte ein, um uns Zugang zum Petersburger Jugendzentrum «Среда», Blicke hinter die Kulissen eines Puppentheaters und nach dem Besuch des Straßenbahnmuseums die Möglichkeit zur Rundfahrt mit einer historischen Bahn zu verschaffen. Besonders kundig wurden uns architekturgeschichtliche Besonderheiten der Stadt nahegebracht, wie sowjetische avantgardistische Wohnexperimente in Häuserblöcken („Tränen des Sozialismus“) und eine heute noch wohnliche und grüne Arbeitersiedlung. Auch die herrschaftliche Wohnkultur kam beim Besuch von Museen und Palästen nicht zu kurz. Einige Spaziergänge führten durch Hinterhöfe. Eine Petersburger Deutschlehrerin zeigte uns von sich aus ihre Privatwohnung. Eine Bootsfahrt durch die charakteristischen Kanäle St. Petersburgs gab uns einen neuen Blick auf die Schönheiten der Stadt.

  • Tassen Stilleben

  • Puppen

  • Puppen

  • Suprematistische Matrjoschkas

  • Mittelalterkostüme auf dem Markt

Das Programm erwies sich als so dicht und reich bestückt, dass kaum noch Zeit für Mahlzeiten blieb. Welch ein Glück, dass es solche Schnellrestaurantketten wie „Teremok“ gibt, wo die hungrigen Reisenden oder Vielarbeiter der Stadt zu jeder Tageszeit rasch, schmackhaft und traditionell russisch essen können. Für den Durchschnittsverdiener scheint es aber dort doch zu teuer zu sein. Die Cafés und Restaurants sind im Zentrum zwar gut besucht, die Besucher gehören sichtlich zu den Besserverdienern.

Als besonders bereichernd erwies sich der Abstecher nach Welikij Nowgorod, wo sich zusätzlich zu den altehrwürdigen Sehenswürdigkeiten im Kreml mit seinen hochwertigen Ausstellungen zur Ikonenkunst oder zur Stadtgeschichte am Wochenende noch ein mittelalterlicher Handwerkermarkt am Wolchow-Ufer besuchen ließ. Dieser glitzernde und mächtige Strom verlockte zwei Kolleginnen zu einem frühmorgendlichen Bade, obwohl am Abend vorher in einem ukrainisch geprägten Lokal zu extrem lauter Livemusik recht ausgiebig getanzt worden war. Die am längsten ausharrenden Reiseteilnehmer wurden so eins mit den feiernden Familiengesellschaften, die sich mit ihren Kindern auf der Tanzfläche tummelten. Den Rückweg ins edle Hotel „Rachmaninow“ (geboren auf Gut Onega in der Nähe von Nowgorod) verschönte ein sehr später und romantischer Sonnenuntergang.

  • Brücke über den Wolchow

  • Flussstrand am Nowgoroder Kreml

  • Nowgoroder Kreml im Sonnenuntergang

  • Sadko Denkmal

  • Barockikone

Die einwöchige Flugreise von München nach Sankt Petersburg mit einem zweitägigen Besuch der Stadt Welikij Nowgorod fand als Fortbildungsveranstaltung der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung, Dillingen a. d. Donau, für Russischlehrinnen und -lehrer, die an bayerischen Gymnasien und an Fachoberschulen unterrichten, statt. Ermöglicht wurde diese Reise aber vor allem durch die Genehmigung und großzügige finanzielle Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Deshalb gilt beiden Institutionen der große Dank, dass eine Veranstaltung in diesem außergewöhnlichen Rahmen zur Bereicherung des Russischunterrichts in Bayern durchgeführt werden konnte. (Gabriele Mages)

  • Fontänen im Peterhof

  • Fontänen im Peterhof

  • Fontänen im Peterhof

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